Warum sie notwendig ist
Das Immunsystem erkennt körperfremde Strukturen über zahlreiche molekulare Merkmale. Ein transplantiertes Organ ist genetisch nicht identisch mit dem Empfänger. Medikamente dämpfen daher verschiedene Stufen der Immunreaktion. Bei soliden Organen ist die Therapie in aller Regel langfristig und meist lebenslang notwendig, solange das Organ funktioniert.
Welche Medikamentengruppen typisch sind
| Gruppe | Beispiele | Typische Probleme |
|---|---|---|
| Calcineurin-Inhibitoren | Tacrolimus, Ciclosporin | Nierenfunktionsstörung, Bluthochdruck, Tremor, Stoffwechselprobleme |
| Antimetaboliten | Mycophenolat, Azathioprin | Knochenmarksuppression, Magen-Darm-Beschwerden, Infektionsrisiko |
| Kortikosteroide | Prednisolon | Diabetes, Osteoporose, Gewichtszunahme, Hautveränderungen |
| mTOR-Inhibitoren | Sirolimus, Everolimus | Wundheilungsstörungen, Fettstoffwechsel, Schleimhautprobleme |
Es geht nicht um „stark oder schwach“, sondern um Balance
Zu wenig Immunsuppression erhöht das Risiko einer Abstoßung. Zu viel erhöht das Risiko für Infektionen, Tumorerkrankungen und medikamentöse Organschäden. Deshalb werden Blutspiegel, Organfunktion und Begleiterkrankungen regelmäßig kontrolliert.
Lebenslange Nachsorge ist Teil der Therapie
Das IQTIG weist für Herztransplantierte ausdrücklich darauf hin, dass neben Abstoßungsreaktionen auch Infektionen, Nierenfunktionsstörungen, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen relevant sind und deshalb lebenslange Nachsorge erforderlich ist. Dasselbe Grundprinzip gilt für andere solide Organe.
Was im Alltag zählt
Regelmäßige Einnahmezeiten, Blutkontrollen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und teilweise Nahrungsmitteln, Impfplanung, Hautschutz und rasche Abklärung von Infektzeichen gehören zum Alltag vieler Empfänger. Auslassungen oder eigenmächtige Dosisänderungen können gefährlich sein.